Medieninformation des Thüringer Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie vom 29.05.2021

Acht Landkreise und kreisfreie Städte haben sich erfolgreich an dem Konzeptauswahlprozess für die Umsetzung des neuen Programms AGATHE beteiligt. Damit werden voraussichtlich ab Juni die ersten von insgesamt 27 Beraterinnen und Beratern im Kyffhäuserkreis, in Erfurt, im Unstrut-Hainich-Kreis, im Ilm-Kreis, im Saale-Orla-Kreis, in Jena, im Altenburger Land und im Landkreis Nordhausen unterwegs sein.

Dazu erklärt Sozialministerin Heike Werner: „Immer mehr Menschen in Thüringen aber auch deutschlandweit leben im Alter allein und fühlen sich einsam. Sie haben niemanden, der Ihnen im Alltag zur Seite steht. Soziale Kontakte sind oft auf ein Gespräch beim Bäcker und den Arztbesuch reduziert. Das möchten wir Ihnen Thüringen aktiv ändern. Wir möchten allen Menschen – besonders im Alter – gesellschaftliche Teilhabe und ein soziales Miteinander ermöglichen. Um dieses Ziel nachhaltig zu verfolgen, haben wir das Programm AGATHE ins Leben gerufen. In acht Regionen starten nun die ersten von insgesamt 27 Fachkräften und kümmern sich unbürokratisch um die Belange vor Ort: Sie bauen Netzwerke auf, kommen mit älteren Menschen ins Gespräch und unterbreiten Ihnen individuelle Angebote.“

Zum Programmstart erhalten alle alleinlebenden Menschen ab 63 Jahren, die in ausgewählten Sozialräumen der acht Projektregionen leben, ein Informationsschreiben von Ihrer lokalen Behörde mit Kontaktdaten der Fachkräfte vor Ort. Einige Landkreise und kreisfreien Städte haben bereits mit der Akquise der Fachkräfte, der AGATHE-Beraterinnen und Berater, begonnen. Förderfähig für die Besetzung der Stellen sind qualifizierte Personen, die über sozial- und gesundheitspädagogische Abschlüsse oder über Abschlüsse im Bereich der Gesundheits‑, Kranken- oder Altenpflegeberufe verfügen.

Weitere Landkreise und kreisfreie Städte haben für 2022 bereits Interesse an einer Umsetzung des Programms geäußert. Damit könnte das Programm 2022 unter der Voraussetzung, dass die notwendigen Haushaltsmittel zur Verfügung gestellt werden, deutlich erweitert werden.

Hierzu Werner: „Ich freue mich sehr, dass das Programm auf ein so großes Interesse stößt. Das zeigt, dass wir mit dem Programm einen Nerv in der Gesellschaft getroffen haben. Übermäßiges Alleinsein tut uns nicht gut, es belastet Körper und Seele. Einsamkeit muss daher nicht nur als individuelles Problem, sondern auch gesellschaftliches Problem erkannt und behandelt werden. Gerade durch die Corona-Pandemie und die soziale Distanzierung hat sich die Situation für viele Menschen noch deutlich verstärkt.“

Hintergrund:

AGATHE hat zum Ziel, die Bedürfnisse älterer Menschen in den Fokus zu rücken, mehr Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen und Vereinsamung vorzubeugen. Im Programm AGATHE sollen ausgebildete Fachkräfte älteren Menschen, die potenziell von Einsamkeit bedroht sind oder diese bereits verspüren, Angebote zur gesellschaftlichen Teilhabe unterbreiten. Die Erkenntnisse aus dem Programm sollen zudem, in die Planung für die kommunale soziale Infrasturktur einfließen, damit diese bedarfsgerecht weiterentwickelt werden kann.

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