Medieninformation des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport

Thüringens Minister für Bildung, Jugend und Sport Helmut Holter hat in dieser Woche die neue ESF Plus-Aktivierungsrichtlinie für Thüringen unterzeichnet. Von ihr profitieren rund 36 Träger der Jugendhilfe und Erwachsenenbildung. Neue Projekte können begonnen, bestehende fortgesetzt werden. Aus diesem Anlass besuchte Minister Holter am 10. August 2022 das Projekt „Chance 2.0“ des Kolping Bildungswerkes Thüringen e.V. in Erfurt, das benachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene beim Übergang von Schule ins Berufsleben unterstützt, insbesondere beim Erlangen des Hauptschulabschlusses. Das Projekt Chance 2.0 wird als Praxisorientierte Maßnahme über die ESF Plus-Aktivierungsrichtlinie gefördert.

Bildungs- und Jugendminister Helmut Holter erklärt: „Die ESF Plus-Aktivierungsrichtlinie gibt Trägern wie dem Kolping Bildungswerk Planungssicherheit für die aktuelle Förderperiode bis 2027. Das ist wichtig, denn die Arbeit insbesondere zum Ausgleich von Benachteiligungen ist unverzichtbar. Chance 2.0 ist daher ein sehr passender Name für das Projekt des Kolpingwerks. Die Arbeit der engagierten Fachkräfte mit benachteiligten Jugendlichen hilft diesen, Fuß zu fassen, Sicherheit in unserer Gesellschaft zu entwickeln und ins Arbeitsleben zu starten. Das Kolpingwerk steht stellvertretend für die vielen sehr guten Projekte, die es in Thüringen gibt und die wir mit Hilfe der Europäischen Union fördern. Ich habe hier sehr engagierte Pädagoginnen und Pädagogen kennengelernt, die mir von ihrer Arbeit berichtet haben. Was die Kolleginnen und Kollegen für ihre Schützlinge hier leisten, ist sehr beeindruckend. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Projekts wünsche ich den besten Erfolg.“

Die neue ESF Plus-Aktivierungsrichtlinie umfasst die europäische Förderperiode 2021-2027. Insgesamt werden im diesem Zeitraum 69 Millionen Euro Fördermittel ausgereicht, davon 41 Mio. € ESF-Mittel und 27 Mio. Landesmittel. Es profitieren aktuell 63 Projekte im Bereich der Jugendhilfe. Ab November 2022 wird im Bereich der Erwachsenenbildung eine übergreifende Koordinierungsstelle für Bildungsberatung gefördert und ab Januar 2023 sind weitere 15 Projekte in diesem Bereich geplant. Die Antragstellung und Fördermittelvergabe läuft über die Gesellschaft für Arbeits- und Wirtschaftsförderung des Freistaats Thüringen (GfAW).

Im Projekt Chance 2.0 des Kolping Bildungswerks in Erfurt werden junge Menschen mit multiplen Problemlagen bis zum 27. bzw. längstens bis zum 30. Lebensjahr unterstützt. Gegenwärtig nehmen 15 junge Leute an dem Projekt teil. Schwerpunktzielstellungen für die Teilnehmenden sind:

  • Herstellung und Verbesserung von Ausbildungs- und Beschäftigungsfähigkeit
  • Erwerb des externen Hauptschulabschlusses
  • Herstellung von Tages- und Alltagsstrukturen
  • Förderung/Erweiterung von persönlichen, sozialen und beruflichen Kompetenzen
  • Verbesserung der sozialen Teilhabe durch Entwicklung und Umsetzung individueller Strategien zur Lösung vielfältiger Problemlagen
  • persönliche und soziale Stabilisierung
  • Entwicklung von persönlichen und beruflichen Zielen
  • Stärkung der Eigenmotivation
  • Förderung der Gesundheit

Gefördert wird das Projekt „Chance 2.0“ über die ESF Plus-Aktivierungsrichtlinie sowie aus Mitteln des Freistaats Thüringen und des Jobcenters Erfurt.

Nähere Informationen zur ESF Plus-Aktivierungsrichtlinie erhalten Interessierte in Kürze auf den Seiten der GFAW: www.gfaw-thueringen.de

Hintergrund zu ESF Plus

Der "Europäischen Sozialfonds 2021 bis 2027" (kurz: ESF Plus) ist Europas wichtigstes Förderinstrument für Beschäftigung und soziale Integration. In der Förderperiode 2021 bis 2027 stellt die Europäische Union dem Freistaat Thüringen 466 Millionen Euro zur Verfügung. Hinzu kommen noch rund 135 Millionen Euro aus Landesmitteln und 195 Millionen Euro aus Drittmitteln (Kommunen, Bund, andere). In der Summe sind knapp 800 Millionen für ESF Plus-Projekte eingeplant.

Die Gelder kommen dem Freistaat und seinen Menschen zugute: etwa zur Fachkräftesicherung und Stärkung der sozialen Teilhabe, für die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, für Existenzgründungen und für Angebote an junge Menschen. Für die einzelnen Förderschwerpunkte werden jeweils Richtlinien zur Förderung erlassen. Derzeit ist die ESF-Förderung in zehn Richtlinien strukturiert.

Die Aktivierungsrichtlinie bildet einen Baustein der Förderungen aus dem Europäischen Sozialfonds ab. Sie fokussiert auf niedrigschwellige, aufsuchende Angebote zur Unterstützung bei persönlichen Problemlagen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. In der Richtlinie sind die Rahmenbedingungen für die Förderung geregelt. Die Aktivierungsrichtlinie benennt sechs Fördergegenstände:

  1. Beratungsstellen für Jüngere
  2. Praxisorientierte Maßnahmen für junge Menschen
  3. Thüringer Initiative zur Integration und Armutsbekämpfung (TIZIAN)
  4. Projekte der Armutsprävention und Integration mit Transfer- bzw. Multiplikatorenwirkung
  5. Grundbildungszentren der Erwachsenenbildung
  6. Bildungsberatung der Erwachsenenbildung

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