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  • 01.12.2015 Land investiert Millionenbetrag in Fachkräftegewinnung Zurück

Pressemitteilung des TMASGFF

Arbeitsministerin Werner: „Landesregierung fördert mit 6,6 Mio. Euro die Gewinnung von Fachkräften aus dem Kreis der nach Thüringen kommenden Flüchtlinge“

Die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Heike Werner (DIE LINKE), hat über die Gewinnung von Fachkräften aus dem Kreis der nach Thüringen kommenden Flüchtlinge informiert. Dazu übergibt die Thüringer Arbeitsministerin auf der heutigen Veranstaltung der IHK Erfurt „Wirtschaft trifft Politik – Integration gemeinsam gestalten“ Förderbescheide über insgesamt 6,6 Millionen Euro für die ersten Projekte. Damit wird die Vermittlung in Praktika, Ausbildung und Beschäftigung gefördert.

Sozialministerin Heike Werner sagte: „Das ist Wirtschaftsförderung im besten Sinne. Wir unterstützen die Thüringer Unternehmen bei der Gewinnung dringend benötigter Fachkräfte. Und gleichzeitig bieten wir den Flüchtlingen eine Integrationsperspektive.“

Die geförderten Projekte beinhalten auch die Beratung zur Anerkennung beruflicher Abschlüsse, praktische Kompetenzchecks und die Vermittlung berufsbezogener Sprachkenntnisse. Außerdem werden Thüringer Unternehmen Trainings in interkultureller Kommunikation angeboten und Integrationsmittler ausgebildet. Die Projekte sollen rund 2.300 Flüchtlinge erreichen und laufen bis Ende 2017.

Ministerin Werner begrüßte die Initiativen der Thüringer Industrie- und Handelskammern sowie der Handwerkskammern bei der beruflichen Integration von Flüchtlingen als gelebte Willkommenskultur. „Das was die Kammern leisten ist beispielhaft. Allerdings ist es überzogen, zu erwarten, dass viele Flüchtlinge schnell eine Arbeit aufnehmen werden. Die meisten von ihnen brauchen erst einmal eine Sprachförderung. Und die, die keinen Berufsabschluss haben, müssen wir mit Praktika und Ausbildung qualifizieren. Das geht nicht von heute auf morgen. Aber es ist machbar“, sagte Heike Werner.

Eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Arbeitsaufnahme sieht Heike Werner im konzertierten Handeln von Politik und Wirtschaft. „Es nützt uns doch allen wenig, darüber zu klagen, dass viele Flüchtlinge nicht die schulischen oder beruflichen Grundlagen mitbringen, um sofort eine Ausbildung oder Beschäftigung aufzunehmen. Wir sollten stattdessen gemeinsam an den Voraussetzungen arbeiten, dass es von Tag zu Tag mehr werden, die uns als Fachkräfte zu Verfügung stehen“, sagte Heike Werner. Insofern ist es laut Ministerin Werner nur folgerichtig, dass die Thüringer Kammern auch gemeinsam ein Projekt aufgelegt haben, welches Flüchtlingen eine berufliche Perspektive in Thüringen aufzeigt. „Dieses und weitere Projekte fördert das Land vollständig aus eigenen Mitteln, da der Bund bislang für Vorhaben dieser Art kein Geld zur Verfügung stellt. Dies stellt die Landesregierung vor eine erhebliche Herausforderung, da gleichzeitig auch die Qualifizierungs- und Beschäftigungsförderung von Langzeitarbeitslosen, Menschen mit Behinderungen, Jugendlichen ohne Schulabschluss und alleinerziehenden Frauen weitergeführt wird. Klar ist, wir wollen und werden alle in Thüringen lebenden Menschen eine Chance auf einen Arbeitsplatz geben“, sagte Heike Werner.

Nach Ansicht der Thüringer Arbeitsministerin liegt dies auch im Interesse der Thüringer Wirtschaft. „Die Fachkräfte sind heute nun einmal nicht mehr ,auf der Straße‘ zu finden. Aber es gibt unter den Einheimischen wie unter den Flüchtlingen viele motivierte Menschen. Das Potenzial ist also durchaus vorhanden. Jetzt kommt es auf die Wirtschaft an, dieses Potenzial auch zu heben. Die Landesregierung unterstützt überall dort, wo es möglich ist“, sagte Heike Werner.

Mit Blick auf die im November wiederholt in Thüringen gesunkene Arbeitslosigkeit fügte Werner hinzu: „Die Arbeitskräftenachfrage ist ungebrochen hoch. Wir haben in Thüringen beste Voraussetzungen dafür, Menschen in Arbeit zu bringen, die bislang schlechte Chancen hatten.“

Hintergrund: Mit der Förderung von Projekten zur beruflichen Integration soll eine Verbesserung der Situation von Flüchtlingen und Migranten auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt erreicht und die Fachkräftesicherung verbessert werden. Aktuell liegen 22 Projektanträge vor. Das Finanzvolumen beläuft sich auf rund 6,6 Millionen Euro für die Laufzeit der Projekte bis Ende 2017. Die Fördermittel werden durch die Gesellschaft für Arbeits- und Wirtschaftsförderung (GFAW) ausgereicht. Zum 1. November 2015 konnten bereits zwei große Verbundprojekte in Süd- und Nordthüringen beginnen. Das Gemeinschaftsprojekt der Thüringer Industrie- und Handelskammern und der Thüringer Handwerkskammern hat am 1. Dezember seine Arbeit an den Standorten Erfurt, Suhl und Gera aufgenommen. Die Landesförderung beträgt 915.550 Euro. Ziel des Projektes ist es, ausländische Jugendliche mit einer guten Bleibeperspektive in Praktika oder eine betriebliche Ausbildung und in Arbeit zu vermitteln. Die erforderliche Unterstützung für junge Flüchtlinge und Thüringer Unternehmen wird von sogenannten „Flüchtlingsbegleitern“ übernommen, deren Aufgabe es ist, junge Flüchtlinge mit entsprechenden Kompetenzen gezielt in freie und passende Arbeits- oder Ausbildungsverhältnisse zu vermitteln. Zu diesem Zweck werden Hilfestellungen bei der Feststellung der beruflichen Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie eine persönliche Berufsorientierung gegeben. Die Flüchtlingsbegleiter stellen den Kontakt zu passfähigen Ausbildungsunternehmen her und begleiten betriebliche Praktika genauso wie die Berufsausbildung fachlich und persönlich. Zudem soll das Projekt auch die Thüringer Unternehmen sensibilisieren und Schulungen für Ausbilder und Personalverantwortliche anbieten.



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