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  • 18.12.2018 Arbeitsministerin Heike Werner: Der Arbeitsmarkt in Thüringen hat sich auch 2018 gut entwickelt Zurück

Medieninformation des Thüringer Arbeitsministeriums

Arbeitsministerin Heike Werner: Der Arbeitsmarkt in Thüringen hat sich auch 2018 gut entwickelt

Die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Heike Werner (DIE LINKE), hat heute im Kabinett über die Entwicklung des Arbeitsmarktes in Thüringen im Jahr 2018 berichtet und eine Bilanz gezogen.

Die Zahl der Arbeitslosen liegt in Thüringen derzeit bei knapp 57.000 und damit so niedrig wie noch nie seit 1990. Gleichzeitig gab es in Thüringen insgesamt 815.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Das bedeutet nicht nur einen Anstieg um fast 2.300 Personen im Vergleich zum Jahr 2017; im Jahr 2018 sind im Freistaat mehr Menschen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgegangen als in den vergangenen 18 Jahren. So viele Beschäftigte hatte Thüringen zuletzt im Herbst 2000, da lebten im Freistaat aber noch 280.000 Menschen mehr als heute.

Zum Vergleich: Im Jahr 2005 lag die Zahl der Arbeitslosen in Thüringen noch bei mehr als 200.000 Personen. Während in jenem Jahr auf 100 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 30 Arbeitslose kamen, waren es 2017 knapp 9. Auch 2018 wird sich dieses Verhältnis weiter verringert haben (der Jahresdurchschnitt 2018 liegt noch nicht vor).

Positiver Trend setzt sich fort
Arbeitsministerin Heike Werner sagte: „Auch 2018 hat sich der Thüringer Arbeitsmarkt insgesamt positiv entwickelt. Die Beschäftigungsentwicklung geht in erster Linie auf die vielen erfolgreichen Thüringer Unternehmen zurück, die zum Teil in ganz Europa und manchmal sogar auf der ganzen Welt aktiv sind. Sie ist aber auch Ergebnis der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik der Landesregierung. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass das Beschäftigungswachstum auch vom Zuzug der Beschäftigten ohne deutsche Staatsbürgerschaft getragen wird.“

Thüringen im bundesweiten Vergleich
Thüringen liegt mit einer Arbeitslosenquote von 5,0 Prozent weiterhin deutlich unter der Arbeitslosenquote der ostdeutschen Länder (6,3 Prozent) und auf Platz 6 des bundesweiten Rankings. Bessere Arbeitsmarktdaten als Thüringen haben aktuell nur die wirtschaftlich besonders starken Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und Niedersachsen.

Langzeitarbeitslosigkeit, Ältere und Frauen
Bei Langzeitarbeitslosen, älteren Menschen und Frauen sind überdurchschnittlich hohe Rückgänge der Arbeitslosigkeit zu beobachten. Die Zahl der langzeitarbeitslosen Menschen lag zuletzt bei 19.600 und damit um 2.700 Personen niedriger als im Vorjahr. Das bedeutet einen Rückgang um 12,1 Prozent. Bei den älteren Personen betrug der Rückgang 8,9 Prozent, die Arbeitslosigkeit bei Frauen verringerte sich um 8,7 Prozent. Ministerin Werner dazu: „Allerdings ist auch weiterhin ein gutes Viertel aller Arbeitslosen in Thüringen langzeitarbeitslos, vier von zehn Arbeitslosen sind älter als 50 Jahre. Hier müssen wir uns auch künftig mit ganzer Kraft engagieren, um einen Zugang zum ersten Arbeitsmarkt oder zum sozialen Arbeitsmarkt zu ermöglichen.“

Regionale Unterschiede
Im regionalen Vergleich der Arbeitslosenquoten zeigen sich weiterhin Unterschiede. Während der Landkreis Hildburghausen mit 3,1 Prozent die niedrigste Quote aufweist, sind in Gera 8,2 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner arbeitslos.

Förderprogramme
Neben den gesetzlichen Fördermöglichkeiten nach dem SGB III und dem SGB II der Arbeitsagenturen und Jobcenter unterstützt das Thüringer Arbeitsministerium aus Landes- und ESF-Mitteln sowohl die Ausbildung als auch die Integration in Arbeit.

  • ESF: Es konnten im Rahmen der ESF-Ausbildungsrichtlinie bereits knapp 23.000 Personen und nach der ESF-Weiterbildungsrichtlinie knapp 11.000 Personen seit Beginn dieser ESF-Förderperiode unterstützt werden. Mithilfe der ESF-Integrationsrichtlinie war es außerdem möglich, weitere 17.000 Menschen zu fördern und damit gezielt Langzeitarbeitslose zu unterstützen.
  • Landesprogramm öffentlich geförderten Beschäftigung und gemeinwohlorientierte Arbeit: Mit dem Landesprogramm konnten bisher 1.340 Personen unterstützt und in Beschäftigung gebracht werden, die langzeitarbeitslos waren oder im Langzeitleistungsbezug nach SGB II standen. Arbeitsministerin Werner: „Die Förderung von Langzeitarbeitslosen ist deshalb so wichtig, da eine Integration in Arbeit nicht nur finanzielle Sicherheit und soziale Teilhabe bedeutet, sie ist vor dem Hintergrund des Fachkräftebedarfs wichtiger denn je.“
  • Landesprogramm „Arbeit für Thüringen“: Schwerpunkt des Programmes ist die Unterstützung von geflüchteten Menschen, damit diese eine Ausbildung oder Arbeit aufnehmen können. Mit dem Programm konnten bisher etwa 5.200 Menschen gefördert werden. Etwa jede zehnte geförderte Person hat inzwischen eine Arbeit gefunden, mehr als 300 befinden sich mittlerweile in einer Ausbildung und mehr als 200 konnten in eine Einstiegsqualifizierung vermittelt werden.

Fachkräftesicherung
Bis zum Jahr 2030 werden rund 345.000 Arbeitskräfte in Thüringen benötigt. (wegen altersbedingter Renteneintritte der Beschäftigten voraussichtlich 272.200, wegen des Erweiterungsbedarfs durch den strukturellen Wandel der Wirtschaft und durch Beschäftigungsausweitungen der Unternehmen rund 72.400). Arbeitsministerin Werner betont: „Damit die Unternehmen im Freistaat auch weiterhin genügend gut ausgebildete Fachkräfte finden, müssen alle Potenziale des Arbeitsmarktes ausgeschöpft werden.“

Dazu gehören:

  • Stärkung der dualen und fachschulischen Ausbildung, diese bildet das Rückgrat der Thüringer Wirtschaft,
  • langzeitarbeitslose Menschen, Ältere und Menschen mit Behinderung stärker in den Blick nehmen,
  • rückkehrwilligen Personen sowie Pendlerinnen und Pendler attraktive Angebote machen, damit sie sich für einen Arbeitsplatz in Thüringen entscheiden (heute pendeln jeder zehnte Thüringer bzw. jede zehnte Thüringerin zur Arbeit in andere Bundesländer),
  • weiterer Zuzug aus dem Ausland, ohne den es nicht möglich sein wird, genügend Fachkräfte für die Thüringer Wirtschaft zu gewinnen.

Ausblick 2019
Nach Einschätzung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) wird die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Thüringen auch im Jahr 2019 weiter steigen. Für das kommende Jahr prognostizieren die Forscher ein Wachstum der Beschäftigung um 9.500 Personen bzw. um 1,2 Prozent. Das IAB prognostiziert im kommenden Jahr für Thüringen zudem den zweithöchsten Rückgang der Arbeitslosigkeit in Gesamtdeutschland (hinter dem Saarland).  

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